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Polo Club Landsberg - Ammersee e.V.
Zur Historie
Polo ist der älteste Teamsport in der Welt- der persische Dichter
Firdusi beschreibt ein Polospiel in Persien ca. 600 Jahre vor Chr.
Die Engländer lernen Polo in Indien während der Kolonialzeit
kennen, bringen das Spiel 1871 nach Englang und geben Polo ein umfangreiches
Regelwerk (1889 Hurlingham Polo Commitee). 1898 kommt Polo über
den Kanal - ein Club in Hamburg wird gegründet. Erstmalig in
Bayern organisiert 1904 der Fürst zu Fugger-Babenhausen bei
Augsburg einen Polostall mit Spielfeld.
1914 präsentiert Kaiser Wilhelm II eine Trophäe für
den Sieger in einem Polomatch zwischen Deutsch-Kamerun und Englisch-Nigeria.
Seit 1908 wird Polo in unregelmässigen Abständen als olympische
Disziplin gespielt - 1936 auf der Olympiade in Berlin mit riesigem
Erfolg, Hochburg des Polo ist heute vor allem Argentinien.
Marco Kiesel
Die Poloponies
Von Argentinien stammen die meisten Polopferde - eine Kreuzung zwischen
dem Arbeitspferd auf der Estancia, dem Criollo, veredelt mit englischem
Vollblut. Im Prinzip kann mit jedem Pferd Polo gespielt werden -
das Polopony ist keine Rasse sondern ein Typ: eher klein (Stockmass
zwischen 1,50m - 1,60m), schnell im Antritt, stoppt leicht und ist
wendig.
Erstaunlich, dass Polopferde eine lange Zeit - ca. zwischen 5 bis
15jährig - Hochleistung bringen. Sie haben starke Nerven, sind
vielseitig und eignen sich dadurch auch gut als Reitpferde und Spielgefährten
für die ganze Familie.
Das Spiel und die Regeln
Das Spielfeld Original ist ca. 275m lang und 180m breit. Die Torpfosten
stehen ca. 7,30m auseinander. Eine obere Begrenzung gibt es nicht.
Jeder Spieler hat ein individuelles Handicap - der Anfänger
-2 und je nach Klasse bis +10 (in der ganzen Welt gibt es nur eine
Handvoll der Extraklasse). Zusammengesetzt ergibt es das Team-Handicap.
Das schwächere Team bekommt aus Fairness eine Torvorgabe entsprechend
der Differenz.
Eine Mannschaft besteht aus je vier Spielern - die Nr. 1 und Nr.
2 im Angriff, Nr. 3 im Mittelfeld und die Nr. 4 in der Verteidigung.
Der Ball hat einen Durchmesser von knapp 9cm und wiegt. ca. 130g.
Der Poloschläger darf aus Sicherheitsgründen nur mit der
rechten Hand gehalten werden.
Im Turnier besteht normalerweise ein Spiel aus vier Abschnitten
- Chukker genannt - von je sieben Minuten reine Spielzeit. International
können auch 6 bzw. 8 Chukker gespielt werden. Das Spiel wird
von zwei berittenen Schiedsrichtern begleitet. Bei Unstimmigkeiten
entscheidet der Oberschiedsrichter am Spielfeldrand.
Es gibt viele strenge Regeln, die in erster Linie zur Sicherheit
der Pferde, aber auch der Reiter beitragen. Die wichtigste ist das
so genannte "Vorfahrts- oder Wegerecht" (right of way):
Der Spieler, der der unmittelbaren Fluglinie des Balles folgt, hat
Vorfahrt - er kann nur parallel abgeritten werden (ride off) oder
mit dem Schläger behindert werden (hooking), wenn der Ball
sich zwischen den beiden Pferden befindet...und dann geht es los
bis zu 60km/h - ein wahrlich rasanter Sport.
Pferd und Reiter
Als Partner im Spiel - nur wenn beide miteinander harmonieren fährt
dies zum Erfolg. Dies permanent zu üben, ist die Herausforderung
und der besondere Reiz - wie auch sonst im Reitsport. Das Pferd
trägt mindestens 50% zur Qualität des Spieles bei.
Besondere Tugenden des Polospielers werden schon 1891 in einem Buch
übers Reiten von dem Engländer J. Moray Brown beschrieben:
Geduld & Ausdauer, Disziplin & Selbstkontrolle, schnelles
Beurteilungs- und Entscheidungsvermögen, ausgeglichenes Temperament....und
vor allem Teamgeist.
In einem Polo-Team gibt es viele Kombinationen: Jung und Alt, den
erfahrenen Fuchs mit dem grünen Anfänger, den ausgekochten
Profi mit dem begeisterten Amateur, männliche Kraft und weibliche
Anmut.
...ein letzter, schöner Aspekt:
Jan aus Neuseeland, Dawule aus Nigeria, Mick aus Issing
(von links nach rechts)